Lebacher Schachgeschichte 1923 - heute

Autor : Wolfgang Maier

Geschichte des 2. Lebacher Schachclub 1947-1953

Am Ende des 2. Weltkrieges "war die Schacherde des Saarlandes wüst und leer." Dieser so schreckliche und düstere, aber doch wirklichkeitsnahe Satz von Otto Benkner in der saarländischen Schachzeitschrift "Schach dem König" vom April 1949 galt uneingeschränkt auch für Lebach. Die Kriegsfurie hatte zu große Wunden geschlagen, als dass irgendjemand in diesem Augenblick auch nur an Schach denken konnte.
Als jedoch 1946 auf saarländischer Ebene wieder ein Verband ins Leben gerufen wurde, wagte man auch in Lebach den Schritt zu einer neuen Vereinsgründung. Der Kreis um Rudi Steinmetz, Edmund und Richard Dörr sowie Adolf Kallenborn, die schon den 1. Lebacher Schachclub aus der Taufe gehoben hatten, gründeten den Schachclub Lebach zum 2. Mal, diesmal verstärkt durch eine Reihe von starken Spielern, die z. T. im Krieg und in der Gefangenschaft das Schachspiel kennen lernten.
Unter ihnen befanden sich Wenzel Lieber, der Ehrenvorsitzender des SCL 1975 e. V. war, Hans Mörschbächer, Vinzenz Leinenbach, Amtsgerichtsrat Wentscher, Alois Engel, Heinrich Spaniol, Alban Jacob, Teichert, Freis u.a.m...Auch wurde im damaligen Lehrerseminar in Lebach eifrig Schach gespielt, jedoch nahmen nur wenige Seminaristen am Spielbetrieb des SC Lebach teil.
An der SMM 1947/48 nahmen 2 Lebacher Mannschaften teil. Hier zeigte sich, dass die 1. Mannschaft über ein hervorragendes Spielerpotential verfügte; denn schnell ging es mit dieser Mannschaft aufwärts.


SMM Mannschaft Bemerkung
1948/49 Lebach 1 Sieger der B-Klasse und Aufstieg in die A-Klasse
1949/50 Lebach 1 Sieger in der A-Klasse und Aufstieg in die Bewährungsklasse
1950/51 Lebach 1 Abstieg aus der Bewährungsklasse in die A-Klasse
1951/52 Lebach 1 Gute Platzierung in der A-Klasse: Verbleibin der A-Klasse
1952/53 Lebach 1 Sieg in der A-Klasse und erneuter Aufstieg in die Bewährungsklasse
1953/54 Lebach 1 Lebach: Keine Mannschaftsmeldung an den SSV

Dieser Sieg konnte jedoch nicht mehr ausgenutzt werden; denn in der Saison 1953/54 wurde keine Mannschaft an den SSV für die SMM gemeldet. Die Gründe sind nicht ganz klar.

Meistens spielte die Lebacher Equipe in folgender Aufstellung.

Aufstellung
Brett 1 Rudi Steinmetz
Brett 2 Hans Mörschbächer
Brett 3 Alois Engel
Brett 4 Adolf Kallenborn
Brett 5 Richard Dörr
Brett 6 Wenzel Lieber
Brett 7 Vinzenz Leinenbach
Brett 8 Amtsgerichtsrat Wentscher oder Edmund Dörr

 

Aus dieser Zeit ist noch von einer schachsportlichen Veranstaltung zu berichten, die in Lebach stark beachtet wurde: 1950 besuchte der deutsche Meister Walter Niephaus Lebach, um im großen Saale des Café Boulay (in der Marktstr.) eine Simultanveranstaltung an 40 Brettern zu geben. Er verlor gegen 2 talentierte Seminaristen und remisierte gegen Hans Mörschbächer und Vinzenz Leinenbach vom SC Lebach. Der SC Lebach konnte diese Veranstaltung deshalb durchführen, weil der SSV ihn dabei kräftig unterstützte, denn W. Niephaus befand sich ohnehin in diesen Tagen im Saarland, um am internationalen Meisterturnier in Saarbrücken teilzunehmen.
Der SC Lebach wurde in diesen Jahren von Rudi Steinmetz geführt, Kassierer war Edmund Dörr und Schachwart Richard Dörr. Nachdem der Verein seine überregionale Tätigkeit eingestellt hatte, "wanderten" die Spitzenspieler aus. Rudi Steinmetz wurde von Eppelborn umworben, spielte dort bis Mitte der 60er Jahre, danach für Heusweiler. Wenzel Lieber "wanderte" zunächst nach Völklingen aus ( ab 1954 ), ging ab 1958 nach Heusweiler, verließ Heusweiler 1970, um sich Fraulautern anzuschließen, und wechselte schließlich 1973 nach Bubach-Calmesweiler. Seit 1977 spielt er im 4. Lebacher Schachclub bis zu seinem Tod.
Bemerkenswert ist die Tatsache, dass in den 60er Jahren 5 ehemalige Lebacher Spieler in Heusweiler spielten: R. Steinmetz, W. Lieber, A. Engel, V. Leinenbach und A. Kallenborn. Mit den Spielern aus Heusweiler (u. a. Alois Müller, Onkel unseres Mitgliedes F. J. Sauer / Wenn wir schon bei der Verwandtschaft sind: A. Kallenborn ist der Großvater unseres (Ex-) Mitgliedes Wolfgang Feld.) spielte dies "Lebacher Mannschaft" in der Landesklasse, also in der damals höchsten saarländischen Liga. Nachdem sich Ende der 60er Jahre auch dieser Club auflöste, beendeten die meisten Lebacher Spieler ihr schachsportliches Engagement. Nur W. Lieber und A. Engel spielten noch für andere SSV - Vereine weiter. A. Engel wechselte nach Bubach-Calmesweiler, wo er bis zu seinem Tode spielte. Seit Mitte der 50 er Jahre wurde jedoch der Gedanke an eine Neugründung des Lebacher Schachclubs nicht aufgegeben, da nach wie vor eine Reihe von ehemaligen Mitgliedern, wenn auch ohne organisatorische Struktur und feste Bindung, den Kontakt zum "alten Verein" aufrecht erhielten. Man traf sich zwanglos im alten Vereinslokal, dem Gasthaus Dörr, Mottener Str., um kleinere Turniere auszutragen bzw. zum Training. Man hoffte darauf, dass sich früher oder später doch wieder eine neue Gruppe von Caissa - Jüngern einfinden würde, die Voraussetzung, um einen neuen Verein zu gründen. Am 18. April 1961 war es soweit

 

   
Seit 30.11.2015  
1.png2.png6.png0.png9.png8.png
Heute93
Gestern161
Woche93
Monat1746
Alle126098

  • Browser: Unknown
  • Browser Version:
  • Operating System: Unknown

3
Online

Montag, 11. Dezember 2017
   

Web-Adressen  


Saarländischer Schach Verband (SSV)

www.ssv1921ev.de


Saarländische Schach-Jugend (SSJ)

www.ssj-schach.de


Ergebnisdienst von SSJ – Turnieren

www.ssj-schach.ergebnisdienst.de.de


Deutscher Schachbund
www.schachbund.de


brett 40 40geneigt


   
© Less - ALLROUNDER